Motivation

Gemeinde bringt große LAN-Party zur Absage

Am 03. Juni 2009 wurde eine LAN-Party aufgrund von Auflagen der Gemeinde abgesagt. Die Convention-X-Treme sollte mit ca. 400 Teilnehmern stattfinden. Bereits 13 Mal konnten die Veranstalter die LAN mehrfach problemlos durchführen.

Seit nun mehr als fünf Jahren gibt es die Convention-X-Treme und bisher gab es noch nie so harte Kritik und solch eine Situation für den Computerfreunde Karlsdorf-Neuthard e.V. (der Veranstalter) bei diesem Event. Die Gemeinde und der Bürgermeister hatten den Vorstand des Vereins dazu aufgefordert “Killerspiele, wie Counter-Strike und Warcraft 3″ nicht zu gestatten auf dieser LAN-Party. Da die Computerfreunde nicht im Stande waren eine LAN ohne diese beliebten Gameklassiker durchzuführen wurde die CXT 14 abgesagt.

Innenminister fordern Verbot von Spielen

Bei der ersten Demonstration, das “Independent Friday Night Game”, wurde am gleichen Tag von der Innenministerkonferenz (IMK) beschlossen, dass ein “Verbot der Verbreitung und Herstellung von wirklichkeitsnah dargestellten Tötungshandlungen oder anderen grausamen oder sonst unmenschlichen Gewalttätigkeiten” dringend gefördert werden muss. Das hat fatale folgen für die Computerspielindustrie in Deutschland, wenn so ein Verbot realisiert würde. Die Innenministerkonferenz möchte Spiele wie Call of Duty, Counter-Strike und Battlefield verbieten. Spiele die nicht umsonst von der USK entsprechend hoch eingestuft wurden und damit eine Freigabe an Jugendliche und Kinder nicht möglich macht.

Als volljähriger und mündiger Bürger Deutschlands wäre dieses Verbot ein Eingriff in unsere persönliche und freie Entwicklung und würde sich so gegen das Grundgesetz stellen. Als Erwachsener hätte man damit nicht mehr die Freiheit das Spielen zu dürfen was man möchte. Richtig brutale und zu gewaltätige Spiele werden übrigens bereits in Deutschland zensiert, abgeändert oder nicht verkauft.

Warum denn in Köln, der eSport-Hochburg?

Diese Frage haben wir so oder so ähnlich sehr oft gestellt bekommen. Wir möchten in Köln gar nicht gegen etwas demonstrieren. Wir wollen lediglich mit der Aktion dort darauf aufmerksam machen, dass es durchaus richtige Ansätze für den Umgang mit dem Medium Computerspiel gibt. Das Engagement und die großartige Unterstützung durch die öffentlichen Organe hat die Metropole Köln zur eSport- und Gaminghochburg Deutschlands gemacht. Das erste Vereinsheim eines Clans wurde dort eröffnet, die EPS-Finals finden dort regelmäßig statt und die gamescom findet erstmalig statt. Dies sind nur wenige von vielen Dingen, die man aufzählen kann und genau dafür möchten wir Köln danken und andere Stadt- und Gemeinderäte darauf aufmerksam machen, dass es auch anders geht.

Das 5. Grundgesetz nimmt Abschied

Im ersten Absatz des 5. Grundgesetzes heißt es im letzten Satz: “Eine Zensur findet nicht statt.”, leider ist dies nicht mehr korrekt. Am 18. Juni hat die Regierung ein Gesetz zum Sperren von Internetseiten beschlossen. Demnach sollen Websites mit pornografischem Inhalt mit Kindern zensiert werden. Durchaus zu unterstützen, allerdings hat es nur wenige Stunden vorhere bereits die Ankündigung und die Forderung gegeben, das Sperren auf Gamingseiten auszuweiten. In ersten konkreten Meldungen heißt es, man wolle z.B. Seiten wie www.gamesware.at indizieren, also verbieten.